
Wie lange sind Sie schon im Unternehmen tätig?
Ich bin seit September 1987 im Unternehmen tätig. Angefangen hab ich in der Kundendienststelle Meidling als Hausdienstmonteur, nach zwei Jahren bin ich dann zur Rohrlegung dazugekommen.
Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Ganz normale Pflichtschule. Dann habe ich Gas- Wasserinstallateur und Heizungsbauer gelernt. Beide Lehrberufe habe ich abgeschlossen.
Warum sind Sie Lehrlingsbetreuer geworden?
Da bin ich „hineingerutscht“. Durch Umstrukturierungen im Unternehmen im Jahre 2000 wurde unsere jetzige Abteilung gegründet, in der wir recht viel Kesselhäuser, Wasserleitungen, Büros etc. installiert haben. Da hat sich herausgestellt, dass bei der ehemaligen Abt. 19 die Lehrlinge eher in einer Werkstätte ausgebildet wurden. Unser damaliger Chef hat diesbezüglich gemeint, praxisorientiert wäre das besser. Daraufhin ist die Geschäftsführung auf die Idee gekommen, die Lehrlingsausbildung zu uns umzusiedeln. Der vorherige Chef hat uns 1998 verlassen, daraufhin hab ich die Lehrlingsausbildung übernommen.
Was haben Sie vorher gemacht?
In der Abteilung habe ich immer schon Baustellenkoordination- und Besichtigung, Kalkulationen und die Betreuung der Baustellen, was ich jetzt auch noch tue, gemacht. Jetzt habe ich als Ausbildner mehr mit den Lehrlingen zu tun.
Wie sieht der Alltag eines Lehrlingsbetreuers aus?
Mein Dienst beginnt um 6:30 Uhr, da mache ich die Einteilung, schaue wo die ganzen Monteure eingeteilt sind und welche Lehrlinge dazu eingeteilt sind. Danach betreue ich die Lehrlinge, bei 20 Lehrlingen hat eigentlich immer jemand Anliegen wie Urlaubstage, Schulnachrichten und ähnliches. Ab 9 Uhr erledige ich dann Materialbestellungen, Kalkulationen usw. und bespreche mich mit meinen Mitarbeitern.
Gibt es in Ihrem Job nur gute Tage oder auch schlechte?
Sowohl als auch. In der Mehrheit sind aber selbstverständlich die guten Tage.
Was sind Ihre schönsten Erlebnisse als Lehrlingsbetreuer?
Die schönsten Erlebnisse sind gute Schulnachrichten oder Erfolge bei Lehrlingswettbewerben.
Gibt es bei Wien Energie Gasnetz Frauen in technischen Lehrberufen?
Weibliche Lehrlinge sind leider Mangelware. Wir suchen schon seit langem, leider meldet sich nicht wirklich wer. Vorbereitet wäre in unserem Gebäude alles, von sanitären Räumen bis zu Garderoben. Aber es ist im Moment auf jedenfall angedacht.
Denken Sie, dass diese auch mit den männlichen Lehrlingen mithalten können?
Auf jeden Fall. Was die Männer möglicherweise an Kraftüberschuss haben, haben die Damen wiederum im Köpfchen.
Was würden Sie an der Lehrlingsausbildung bei den WTSW ändern?
Nichts Großartiges. Grundsätzlich läuft die Lehrlingsausbildung sehr gut, wie man auch an den Erfolgen sehen kann. Ich würde mir für mich selber wünschen, mehr Zeit für die Lehrlinge zu haben, um mehr mit ihnen zusammenarbeiten zu können.
Sommer 2010 gab es für zwei Wochen bei Wien Energie Gasnetz einen Austausch der technischen mit den kaufmännischen Lehrlingen. Wie ist das bei Ihren Lehrlingen angekommen?
Ich habe nichts Negatives gehört. Vielleicht war der Zeitraum ein wenig zu lange. Sowohl die weiblichen, als auch die männlichen Bürokaufleute waren aber im Großen und Ganzen auch angetan. Ich werde mit der Koordinatorin der kaufmännischen Lehrlinge, Frau Schlauf, sprechen, damit das auch 2011 wieder gemacht wird.