Interview mit Gabriele Aurednicek (Lehrlingsreferat)
Welchen Beruf haben Sie erlernt und wo?
Ich habe bei Wienstrom (damals noch E-Werk) Industriekauffrau gelernt. Lehrzeitbeginn: 1.9.1971
Hatten Sie schon immer Interesse an diesem Beruf?
Nein, eigentlich wollte ich Friseurin oder Floristin werden, beides haben mir meine Eltern erfolgreich ausgeredet.
Wie waren Ihre Noten in der Berufsschule?
Da müsse ich nachschauen aber ich glaube, ich bin zwar nicht „überragend" aber ganz gut durchgekommen.
Haben Sie die Matura nachgemacht, wenn ja wieso haben Sie sich dafür entschieden?
Ja ich habe die sogenannte „B-Matura" = Beamtenmatura nachgemacht. Dafür entschieden habe ich mich - um ganz ehrlich zu sein - erstens auf Drängen meiner Kollegin, die mir immer das Gehaltsschema vor die Nase hielt und durch die Tatsache, dass in meiner „alten Abteilung" bei Wienstrom die Abteilungsleitungs-Stellvertretung neu besetzt werden sollte - ich hatte die Wahl: entweder wird mir „Jemand vorgesetzt" oder ich lerne wieder!! - ich habe mich für das Lernen entschieden.
Wie sind Sie zu Ihrem Job als Lehrlingsbeauftragte gekommen?
Im Jahr 1996 wurde die Ausbildungsleitung der kfm. Lehrlinge bei Wienstrom neu besetzt - jemand ist dann auf die Idee gekommen mich zu fragen, weil ich mit Lehrlingen schon viel zu tun hatte (im „Buchungszimmer der Debitorenbuchhaltung" hatte ich bis dahin schon sehr viele junge Menschen eingeschult). Ich habe mir die Situation dann überlegt - es war halt eine zusätzliche Aufgabe zu meiner Tätigkeit in der Abteilung, aber ich habe JA gesagt, weil mich der Umgang mit jungen Menschen schon immer interessiert hat. Als dann im Jahr 2003 die Stelle der/des Lehrlingsbeauftragten bei der Konzernmutter frei wurde, habe ich mich beworben und sie zu meiner Freude auch bekommen. Der Wechsel von Wienstrom in die Konzernzentrale ist mir nicht leicht gefallen, eine Abteilung zu verlassen, in der man über 30 Jahre tätig war ist nicht einfach und dann noch „MEINE" Lehrlinge nicht mehr betreuen zu können, ist mir besonders schwer gefallen. Doch nun habe ich - für mich - den schönsten Job der Welt!
Was geben Sie Lehrlingen mit auf den Berufsweg?
Wichtig ist die Freude am Beruf. Wenn das im Augenblick nicht so ganz klappt, dann versucht das zu ändern - es gelingt, wenn vielleicht auch nicht gleich. Denkt positiv - jeder muss einmal etwas machen, was er nicht so gerne möchte. Lernt weiter - immer wieder!! Identifiziert euch mit eurem Unternehmen, mit unserem Konzern - jeder Einzelne von Euch ist ein wichtiger Bestandteil und ich bin sehr stolz darauf, so gute Lehrlinge zu haben.